Powerpoint-basierte eLearning Tools – Teil 1: iSpring Suite 9

Dies ist Teil 1 einer Analyse von drei Powerpoint-basierten eLearning Tools: 
iSpring Suite 9, Adobe Presenter 11.1  und Articulate Studio 360.
Als unabhängiger Berater habe ich das Vergnügen, alle drei Tools zu besitzen, und sie in verschiedenen Kundenprojekten genutzt zu haben.

 

iSpring Suite 9: Eine praktische Analyse

Ich weiß nicht, ob es Ihnen aufgefallen ist: Die Hassliebe, die viele Leute gegenüber Microsoft PowerPoint gepflegt haben, tendiert gerade heftig in Richtung Liebe. Und, ja – nachdem PowerPoint jahrelang das Publikum in Tiefschlaf versetzt hat, wird es derzeit immer leichter tatsächlich zum echten Anhänger zu werden. Steve Jobs, Nancy Duarte, Garr Reynolds und vielen anderen sei Dank, dass PowerPoint seine todlangweiligen Fesseln abgeschüttelt hat und nun sowohl als effizientes Präsentations-Tool wie auch als leistungsfähiges Grafiktool gilt.

Und – falls Sie es noch nicht wussten – iSpring Solutions hat kürzlich ein umfassendes Upgrade (Version 9) zu ihrem PowerPoint-basierten E-Learning-Tool iSpring Suite herausgebracht. Und, ja – es wird wirklich immer leichter, zum Anhänger von PowerPoint-basierten E-Learning-Tools zu werden.

Wie bei allen PowerPoint-basierten E-Learning-Tools liegt der große Vorteil von iSpring Suite 9 darin, dass es in PowerPoint integriert ist, was die Lernkurve für die Entwicklung von E-Learnings im Vergleich mit eigenständigen Tools erheblich verkürzt. Wenn Sie PowerPoint kennen (und wer kennt PowerPoint nicht?), sind Sie also nicht weit davon weg, E-Learnings wie ein routinierter Profi zu erstellen.

Denn mit der Version iSpring Suite 9 ist die Entwicklung von PowerPoint-basierten E-Learnings plötzlich nicht mehr nur der einfache Weg, um E-Learnings zu erstellen. Es ist oft sogar der bessere Weg.

Vorteile eines PowerPoint-basierten Tools gegenüber einem eigenständigen Autorensystem

Moment mal – was war das für ein Geräusch? Sind Sie gerade vor Lachen vom Stuhl gefallen?
Gut, dann habe ich hier eine kurze Auflistung für Sie, wie und warum ein PowerPoint-basiertes Tool besser sein kann als ein eigenständiges E-Learning-Tool:

  • Einfache Zusammenarbeit mit Fachexperten, Grafikern und anderen Zulieferern. Die haben höchstwahrscheinlich auch alle PowerPoint und können schnell und einfach Content liefern.

  • Möglichkeit, die zugrunde liegende PowerPoint-Datei sehr schnell in einem Präsenztraining oder in einem virtuellen Training wiederzuverwenden.

  • Zahlreiche Animationen (PowerPoint 2016 hat fast 40 Eingangs-Effekte sowie viele Hervorhebungseffekte, Ausgangseffekte und Bewegungseffekte über Animationspfade.)

  • Zahlreiche Folien-Übergänge

  • 3D-Grafiken

  • Präzise Unterschneidung und Durchschuss im Schriftsatz, sowie WordArt um Texte hervorzuheben.

  • Zahlreiche Möglichkeiten, das Menüband anzupassen.

  • Eine Fülle von Zeichentools, darunter: Formen zusammenführen (Vereinigen, Kombinieren, in Einzelmengen zerlegen, Schnittmenge bilden und Subtrahieren) – ganz zu schweigen von Bildtools wie Auf Form zuschneiden, Freistellen sowie zahllose Bild- und Texteffekte.

Soll ich noch mehr aufzählen?

iSpring Suite 9 Analyse

Na gut, genug der Lobeshymnen auf PowerPoint und zurück zur Analyse der neuen iSpring-Version. iSpring wurde schon immer als zuverlässiges Tool zur Produktion von E-Learnings beworben. Es haben aber die “Wow”-Features gefehlt, die andere Anbieter hatten (etwa die bahnbrechenden Interaktionen von Articulate Engage). Daher haben viele Entwickler iSprings hohe Zuverlässigkeit nicht beachtet und sich für die leicht anwendbaren Interaktionen in Konkurrenz-Anwendungen entschieden.

Aber nun punktet iSpring Suite 9 sowohl mit Stabilität als auch mit einigen Highlights – und es wird spannend, wie das den Wettbewerb mit den PowerPoint-basierten und womöglich sogar mit den eigenständigen Autorensystemen beeinflusst.
Hier eine Zusammenfassung einiger neuer Funktionalitäten, die vielleicht Ihr Interesse wecken.

Interaktionen

Die Zeiten, in denen iSpring nur eine bescheidene Auswahl an Interaktionen im Programm hatte, sind endgültig vorbei. iSpring Visuals bietet derzeit 14 komplett HTML5-basierte, leicht anwendbare Interaktionen.

Jetzt kann man natürlich sagen, dass iSpring integrierte Interaktionen nicht wirklich nötig gehabt hätte. Schließlich hätten die Trigger-Animationen in PowerPoint doch wunderbar funktioniert, um eigene Interaktionen zu basteln. Das stimmt durchaus, es war aber immer ein Manko in iSpring.

Dieser Nachteil ist nun behoben. iSpring Interaktionen beinhalten jetzt:

  • Schritte

  • Zeitleiste

  • Zyklischer Prozess

  • Prozess

  • Beschriftete Grafik

  • Geführtes Bild

  • Hotspot

  • Kreisdiagramm

  • Pyramide

  • Glossary

  • Medienkatalog

  • FAQ

  • Akkordeon

  • Tabs

Bildschirmaufnahme/Cam Pro

iSpring 9 enthält außerdem erhebliche Verbesserungen bei der Bildschirmaufzeichnung durch einen robusten Screen Recorder und einen Video-Editor mit vielen Funktionen. Anders als der sehr simple Screen Recorder in der älteren Version, der in etwa mit Articulate Replay vergleichbar war, hat der neue Screen Recorder Funktionalitäten, die den vollwertigen Screen Recordern wie z.B. Adobe Captivate oder Camtasia von TechSmith gleichkommen.

Möglich sind Aufzeichnungen entweder nur vom Bildschirm oder nur über die Webcam. Zudem aber auch von Bildschirm und Webcam gleichzeitig. So können Sie z.B. eine Software-Aufzeichnung dadurch persönlicher machen, indem Sie zusätzlich ein Trainervideo von sich einfügen.

Der Video-Editor hat viele sehr nützliche Funktionalitäten, darunter eine unbegrenzte Anzahl von Spuren für Audio und Video. Sie können Ihrer Bildschirmaufzeichnung so viele Ebenen für Audios und Videos hinzufügen, wie Sie wollen. Außerdem können Sie Text, Bilder und sogar Videos auf die Bildschirmaufzeichnungen drauf legen.

Der Screenrecorder ist in der iSpring-Menüleiste in PowerPoint integriert und die Aufzeichnungen erscheinen automatisch auf einer neuen Folie. Der Screenrecorder (CamPro) lässt sich aber auch über das Windows-StartMenü als eigenständige Anwendung aufrufen (genauso wie QuizMaker, TalkMaster und einige andere iSpring-Anwendungen).

QuizMaker

iSprings Testmöglichkeiten haben ebenfalls Zuwachs bekommen. Der bereits früher mächtige „Quizmaker“ hat nun insgesamt 14 Fragentypen und jeder Typ kann Bilder, Videos, Audio und Gleichungen enthalten. Durch die schnelle Vorschau auf die Foliensicht kann die Lernersicht schon während der Erstellung ständig geprüft und angepasst werden.

Die antwortabhängige Ablaufsteuerung ist ebenso eine hilfreiche Funktion in iSpring 9. So können z.B. spielerische Elemente – je nach den Antworten – in die Tests eingebaut werden. Oder die Lerner kommen in verschiedene Schwierigkeitslevels abhängig von den zuvor gegebenen Antworten.

Hervorzuheben ist, dass iSpring immer noch eines der ganz wenigen Tools ist, das mehrere Qizze innerhalb einer Lektion kombinieren kann und die Punkte aus allen Qizzen zusammen in einer Gesamtbewertung zusammenführen kann. Die Möglichkeiten zur Auswertung nehmen noch zu, wenn iSpringLearn genutzt wird, das Learning Management System von iSpring.

Qualität & Zuverlässigkeit

Selbst bei einem schnellen Testdurchlauf werden Sie ein gutes Gefühl für die Kernfunktionen und die intuitive Bedien-Oberfläche von iSpring Suite 9 bekommen. Je mehr man damit arbeitet, desto mehr erkennt man auch die Gesamtqualität und die Zuverlässigkeit, die über die Summe der Einzelfunktionen hinausgehen. Hierfür gibt es mehrere Gründe:

  • iSpring stellt Texte und Grafiken nicht pixelbasiert, sondern vektorbasiert dar. Es klingt ein wenig spitzfindig und man denkt, es ist egal, doch der Unterschied ist bemerkenswert. Ein vektorbasierter Output hat eine schärfere Anzeige als ein pixelbasierter. Die Datenmenge ist kleiner und dies hat zur Folge, dass sich die Seiten schneller aufbauen. Daher bevorzugen Unternehmen, die Wert auf hohe Detaildeutlichkeit in ihren Fortbildungen legen (wie z.B. Life Sciences-Firma A.D.A.M.) iSpring als E-Learning-Tool.

  • iSpring konvertiert nahezu alle PPT-Animationen und Übergänge originalgetreu. Dadurch lässt sich viel gestalten und die Animationen laufen in den veröffentlichten iSpring-Modulen genauso ab wie in PowerPoint und zudem auch auf allen Ausgabegeräten. iSpring arbeitet sowohl mit PowerPoint Triggern wie auch mit zusätzlichen Funktionen wie z.B. der Verlinkung auf die vorbesuchte Seite.

  • Die mit iSpring veröffentlichten Module laufen zuverlässig auf nahezu allen erdenklichen Lernplattformen und Ausgabegeräten. Ich habe schon viele Darstellungsprobleme auf verschiedenen Geräten bei anderen Tools gesehen. iSpring-Module scheinen einfach eine Stufe besser zu sein. Dies haben mir auch schon Kollegen bestätigt. Ein Freund beispielsweise arbeitet bei einem sehr großen internationalen Technologie-Unternehmen, das eine alte Version von Saba nutzt. Sie hatten Probleme mit Modulen, die in unterschiedlichen Autorensystemen erstellt worden waren. Dann haben sie iSpring ausprobiert und es hat perfekt geklappt. Meine Testreihe habe ich auf Apple iPhone, Samsung 7 Smartphone und einem iPad Pro gemacht; mein iSpring-Testmodul lief einwandfrei auf allen Geräten.

 

Funktionsumfang

Die neuen Funktionalitäten in iSpring Suite 9 sind durchaus beeindruckend, aber die Funktionsvielfalt war bereits grundsätzlich das große Plus von iSpring. Quizmaker, iSpring Visuals und den neuen Screenrecorder habe ich bereits beschrieben. Beachtlich sind jedoch auch die zahlreichen Output-Optionen.

Es geht los mit drei verschiedenen Optionen für Lernplattformen und fünf verschiedenen LMS-Protokollen.

Die LMS-Auswahl umfasst:

  • LMS: Für alle Lernplattformen (LMS)

  • iSpring Learn: iSprings LMS mit großer Funktionsvielfalt

  • iSpring Cloud: Eine cloudbasierte Plattform, speziell für Marketing & Sales Teams

Bei den LMS-Protokollen kann iSpring neben SCORM and AICC auch xAPI and cmi5 liefern.

Darüber hinaus kann iSpring beim Veröffentlichen von Modulen weitere Sicherheitsfunktionen integrieren wie z.B. einen Passwortschutz oder eine Zugangsbeschränkung auf Lerner mit einer festgelegten Domain in der E-Mail-Adresse. Eine schöne Möglichkeit für Unternehmen, die sensible Informationen schützen wollen und damit einen zusätzlichen Schutz etablieren können.

Und iSpring ist immer noch eines der ganz wenigen E-Learning-Tools, das Testergebnisse aus mehreren Quiz-Ergebnissen und/oder der Anzahl besuchter Seiten kombinieren kann.

Selbstverständlich werden einige E-Learning-Entwickler behaupten, dass die Einschränkungen von PowerPoint auch in Zukunft die Tauglichkeit von PowerPoint-basierten E-Learning-Tools begrenzen. Allerdings hat iSpring erhebliche Fortschritte bei der neuen Version gemacht. Damit nehmen die Einschränkungen deutlich ab.

Wir sollten die Diskussion fortsetzen…

Autor: Mark Simon, M.Ed

Autor: Mark Simon, M.Ed

Der Artikel wurde von lern.link übersetzt. Das Orginal finden Sie hier… (elearningindustry.com)

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