Einen Kurs in Moodle erstellt man, indem man sich als Administrator oder Kursersteller anmeldet, über die Kursübersicht einen neuen Kurs anlegt und anschließend Kursformat, Inhalte sowie Teilnehmende konfiguriert. Der gesamte Prozess ist in wenigen Schritten erledigt und erfordert keine Programmierkenntnisse. Die folgenden Abschnitte führen Sie durch alle wichtigen Schritte von der Vorbereitung bis zur Lernfortschrittskontrolle.
Welche Voraussetzungen braucht man, um in Moodle einen Kurs anzulegen?
Um einen Kurs in Moodle anzulegen, benötigen Sie eine aktive Moodle-Instanz sowie ein Benutzerkonto mit ausreichenden Rechten. In der Regel sind dies die Rollen Administrator, Kursersteller oder Manager. Ohne eine dieser Rollen ist das Anlegen eines neuen Kurses nicht möglich.
Neben den Zugriffsrechten sollten Sie folgende Dinge vorbereitet haben:
- Eine laufende Moodle-Installation (selbst gehostet oder über einen Anbieter)
- Zugangsdaten für ein Konto mit Kursersteller-Rechten
- Eine grobe Vorstellung vom Kursthema, den Lernzielen und der Zielgruppe
- Bereits vorhandene Lernmaterialien wie PDFs, Videos oder Präsentationen, die Sie einbinden möchten
Wenn Sie Moodle über einen externen Anbieter nutzen, klärt dieser in der Regel vorab, welche Rollen und Rechte für Ihre Organisation eingerichtet werden. Bei einer Moodle-Lernplattform als vollständig verwalteter Lösung übernimmt der Anbieter häufig auch die initiale Konfiguration.
Wie legt man einen neuen Kurs in Moodle an?
Einen neuen Kurs in Moodle legen Sie über die Kursübersicht oder den Administrationsbereich an. Der Weg führt über Website-Administration > Kurse > Kurse verwalten und hinzufügen > Neuen Kurs hinzufügen. Alternativ erscheint auf der Startseite bei entsprechenden Rechten direkt ein Button „Neuen Kurs hinzufügen“.
Im Formular für den neuen Kurs füllen Sie mindestens folgende Pflichtfelder aus:
- Kursname (vollständig): Der vollständige Titel des Kurses, der für Teilnehmende sichtbar ist.
- Kurzname: Eine kompakte Bezeichnung, die in der Navigation und in URLs verwendet wird.
- Kurskategorie: Ordnen Sie den Kurs thematisch ein, damit er in der richtigen Kategorie erscheint.
- Kursformat: Legen Sie fest, wie der Kurs strukturell aufgebaut ist (mehr dazu im nächsten Abschnitt).
Nach dem Speichern gelangen Sie direkt in den Bearbeitungsmodus des neuen Kurses und können sofort mit dem Hinzufügen von Inhalten beginnen.
Welche Kursformate gibt es in Moodle und welches ist das richtige?
Moodle bietet mehrere Kursformate, die bestimmen, wie Inhalte auf der Kursseite angeordnet und navigiert werden. Die gebräuchlichsten Formate sind das Themenformat, das Wochenformat und das Einzelaktivitätsformat. Die Wahl hängt von der Kursstruktur und dem Lernziel ab.
Themenformat
Das Themenformat gliedert den Kurs in thematische Abschnitte ohne zeitliche Bindung. Es eignet sich besonders für selbstgesteuertes Lernen, bei dem Teilnehmende in ihrem eigenen Tempo durch inhaltlich zusammengehörige Einheiten navigieren. Dieses Format ist in der betrieblichen Weiterbildung besonders beliebt.
Wochenformat
Das Wochenformat unterteilt den Kurs in Kalenderwochen. Es bietet sich an, wenn der Kurs einem festen Zeitplan folgt und Teilnehmende Woche für Woche neue Inhalte freigeschaltet bekommen sollen. Dieses Format ist ideal für begleitete Online-Trainings mit festen Start- und Enddaten.
Einzelaktivitätsformat
Das Einzelaktivitätsformat zeigt nur eine einzige Aktivität, zum Beispiel ein SCORM-Paket oder ein Quiz, auf der Kursseite an. Es eignet sich für sehr kompakte Lerneinheiten oder standardisierte Pflichtschulungen.
Wie fügt man Lernaktivitäten und Materialien zu einem Moodle-Kurs hinzu?
Lernaktivitäten und Materialien fügt man in Moodle hinzu, indem man im Kurs den Bearbeitungsmodus aktiviert und anschließend in einem Abschnitt auf „Aktivität oder Material hinzufügen“ klickt. Es öffnet sich ein Auswahlfenster mit allen verfügbaren Aktivitätstypen und Ressourcen.
Moodle unterscheidet zwischen zwei Kategorien:
- Aktivitäten: Interaktive Elemente wie Quizze, Aufgaben, Foren, Abstimmungen oder SCORM-Pakete, bei denen Teilnehmende aktiv mitwirken.
- Materialien: Passive Ressourcen wie Dateien (PDFs, Videos), Seiten (HTML-Inhalte), URLs oder Verzeichnisse.
Für jeden hinzugefügten Inhalt können Sie Einstellungen wie Verfügbarkeitsbedingungen, Abschlussbedingungen oder Bewertungsoptionen festlegen. So lässt sich beispielsweise definieren, dass ein Quiz erst freigeschaltet wird, wenn ein vorheriges Video vollständig angesehen wurde. Diese Bedingungslogik macht Moodle zu einem besonders flexiblen Werkzeug für strukturierte Lernpfade. Wenn Sie externe Lerninhalte einbinden möchten, lohnt sich auch ein Blick auf die verfügbaren Anwendungsfälle für digitale Lernlösungen.
Wie schreibt man Teilnehmende in einen Moodle-Kurs ein?
Teilnehmende werden in Moodle über die Kurseinstellungen unter Teilnehmer > Einschreibemethoden in einen Kurs eingeschrieben. Moodle unterstützt dabei verschiedene Methoden, die je nach Organisationsstruktur und Automatisierungsgrad gewählt werden können.
Die wichtigsten Einschreibemethoden im Überblick:
- Manuelle Einschreibung: Administratoren oder Trainer schreiben Teilnehmende direkt ein. Geeignet für kleine Gruppen oder Einzelfälle.
- Selbsteinschreibung: Teilnehmende schreiben sich selbst ein, optional mit einem Einschreibeschlüssel als Zugangsbeschränkung.
- Kohorten-Einschreibung: Ganze Benutzergruppen (Kohorten) werden automatisch eingeschrieben, sobald sie der Kohorte hinzugefügt werden. Ideal für die Verwaltung größerer Teams.
- LDAP- oder CSV-Import: Für die automatisierte Einschreibung aus bestehenden Systemen wie HR-Software oder Active Directory.
Welche Methode die richtige ist, hängt von der Größe der Organisation und dem gewünschten Automatisierungsgrad ab. In Unternehmensumgebungen wird häufig die Kohorten-Einschreibung in Kombination mit einer Synchronisation über externe Systeme eingesetzt.
Wie überprüft man den Lernfortschritt der Teilnehmenden in Moodle?
Den Lernfortschritt der Teilnehmenden überprüft man in Moodle über die integrierte Berichte-Funktion sowie über das Abschluss-Tracking. Beide Werkzeuge geben Kursverantwortlichen einen detaillierten Einblick, welche Inhalte abgeschlossen wurden und wo Teilnehmende möglicherweise Schwierigkeiten haben.
Folgende Berichte stehen standardmäßig zur Verfügung:
- Aktivitätsabschluss: Zeigt für jede Aktivität an, ob ein Teilnehmender sie abgeschlossen hat, und zwar basierend auf definierten Bedingungen wie dem Aufrufen einer Seite oder dem Bestehen eines Quizzes.
- Kursabschluss: Gibt an, ob ein Teilnehmender alle für den Kursabschluss erforderlichen Aktivitäten abgeschlossen hat.
- Protokolle: Detaillierte Logs über alle Aktionen eines Nutzers im Kurs, inklusive Zeitstempel.
- Bewertungsübersicht: Zusammenfassung aller erzielten Bewertungen aus Quizzen und Aufgaben.
Für eine übergreifende Auswertung mehrerer Kurse bieten sich Moodle-Berichte auf Website-Ebene oder externe Reporting-Tools an, die über die Moodle-API angebunden werden können. So behalten Kursverantwortliche auch bei umfangreichen Schulungsprogrammen jederzeit den Überblick. Detailliertere Informationen zu Betreuung und technischer Unterstützung finden Sie im Bereich Support und Service.
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